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Unterstützen Sie das Engagement der Kirchheimerinnen
und Kirchheimer gegen Rechtsextremismus!
(13.05.2011) Erneut wird am morgigen Samstag in Kirchheim gegen
Rechtsextremismus demonstriert. Hintergrund ist diesmal nicht eine von alten
oder neuen Nazis im so genannten Fachwerkhof Kutz organisierte Veranstaltung,
sondern Kirchheim zeigt mit einem bunten Programm, dass es die BewohnerInnen nicht hinnehmen werden, wenn
ihr Dorf zum rechtsextremen Veranstaltungsort etabliert werden soll. Das Engegament verdient jede Unterstützung. Ich werde am Samstag selbstverständlich dabei sein und ich hoffe, dass viele Leute auch aus den Nachbargemeinden dem
Kirchheimer Fest am Samstagnachmittag einen Besuch abstatten und mit den
KirchheimerInnen und ihren Gästen feiern werden. Selten habe ich erlebt, dass ehrenamtlich Engagierte
in kleineren Gemeinden so kontinuierlich, inhaltlich und über einen solch
langen Zeitraum an diesem Thema drangeblieben sind. Vor dem Engagement der
Kirchheimerinnen und Kirchheimer kann man nur den Hut ziehen!
Weimar - 16. April 2011: der Opfer gedenken
Dresden - 19.02.2011: Nazis erfolgreich blockiert!

LINKE-Fraktion fordert Bundesfamilienministerin zum Verzicht auf Extremismuserklärung auf

(01.02.2011) Im Rahmen des „Bundesweiten Aktionstages für Demokratie – gegen Misstrauen und Bekenntniszwang!“ hat sich die Landtagsfraktion DIE LINKE mit einem Schreiben an die Bundesfamilienministerin, Kristina Schröder (CDU), gewandt und darin den ersatzlosen Verzicht auf die sogenannte Extremismuserklärung für Zuwendungsempfänger aus dem Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gefordert.
Die Thüringer Landtagsfraktion der LINKEN unterstützt ausdrücklich den Aktionstag mit seinem Aufruf, am 1. Februar mit Protestfaxen und Mails darauf zu dringen, dass die Aufforderung zur Schnüffelei in den Zuwendungsbescheiden ersatzlos gestrichen wird. Der Aufruf wurde initiiert von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., dem Kulturbüro Sachsen e.V., der Opferperspektive Brandenburg e.V. sowie dem Verein für Demokratische Kultur in Berlin und ist im Internet unter http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de zu finden. MEHR
http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de
Auch das Ressort Kommunal- und Innenpolitik der Landtagsfraktion hat sich mit Briefen an die Bundeskanzlerin und die Bundesfamilienministerin am Aktionstag beteiligt.
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Unterstützung für Kirchheimer Bündnis gegen Rechts am 12.12.2010
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebeFreundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen: kommt alle am 12. Dezember nach Kirchheim! Die
KirchheimerInnen brauchen und VERDIENEN unsere Unterstützung.
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Am 12. Dezember – dem dritten Adventssonntag – werden
voraussichtlich wieder Alt- und Neonazis das beschauliche Kirchheim mit ihrer
unerwünschten Anwesenheit belästigen. Diesesmal ist es die sich selbst als
„neue Rechte“ bezeichnende DVU, die in Kirchheim ihren Bundesparteitag
veranstalten (und sich zugunsten der NPD abschaffen) will, einen so genannten
„Verschmelzungs-Parteitag“: die DVU will, so sieht es ein vom Parteitag zu
beschließender, Verschmelzungsvertrag vor, mit der rechtsextremen NPD
fusionieren.
Ursprünglich war der 28. November für diesen Parteitag
vorgesehen, jedoch war der Versand der Einladungen an der beauftragten
Versand-Firma offenbar gescheitert: „Gerade einmal 48 Stunden vor dem
Bundesparteitag sagte die ‚Volksunion’ die Veranstaltung im thüringischen
Kirchheim ab. Einen ‚Vertragsbruch’ beziehungsweise einen ‚Sabotage-Akt’ des
beauftragten Versanddienstleisters, der dazu führte, dass viele Mitglieder ihre
Einladung zu spät erhalten hätten, nennt die DVU-Spitze als Grund für die
Absage.“ (Quelle: blick nach rechts. www.bnr.de).
Das Kirchheimer Bündnis gegen Rechtsextremismus wird diese
erneute rechtsextreme Veranstaltung selbstverständlich nicht einfach so
hinnehmen und eine Gegenveranstaltung organisieren. Unterstützung erhalten die
KirchheimerInnen vom Bündnis gegen Rechtsextremismus Arnstadt, welches ebenso
wie die KirchheimerInnen und Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE. Arnstadt
einen Infostand bzw. eine Kundgebung gegen Rechts für den 3. Advent in
Kirchheim anmelden will. Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE. Arnstadt melden
einen gemeinsamen Infostand an und hoffen, von ihren Mitgliedern zahlreich
unterstützt zu werden.
Also – liebe Genossinnen und Genossen: kommt alle am 12.
Dezember gegen 10 Uhr nach Kirchheim! Die KirchheimerInnen brauchen und
verdienen unsere Unterstützung (und, wer hat, kann gerne ein Weihnachtsmann-Kostüm
anziehen und/oder einen Straßenbesen oder eine Schneeschaufel mitbringen). Der
Winterkälte wird übrigens durch die KirchheimerInnen mit heißem Punsch
getrotzt. Lasst uns den Faschisten zeigen, dass sie unwillkommen sind und vom
Weihnachtsmann keine Geschenke, sondern höchstens eine Rute zu erwarten haben.
Rede zum Tag der Opfer des Faschismus am 12. September 2010
„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der
letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau
einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
So schwörten es 21.000 Überlebende des
Naziregimes in Buchenwald am 19. April 1945.
Der Schwur und die darin gestellte Aufgabe
sind noch nicht erreicht.
Immer noch verbreiten alte und neue Nazis
offen ihre menschenverachtende Ideologie.
Immer noch leugnen oder verharmlosen sie die
Schrecken und das Leid, die der Faschismus über die Welt gebracht hat.
Immer noch gibt es Übergriffe auf
Andersdenkende und Menschen, die nicht in das völkische Weltbild der Neonazis
passen.
Immer noch werden jüdische Gräber, Denkmale
und Synagogen geschändet, der Holocoust geleugnet und rassistische Sprüche und
Hakenkreuze an Häuserwände gesprüht.
Immer noch sind rassistische Vorurteile weit
verbreitet in den Köpfen der Bevölkerung und genießen rassistische und
antisemitische Parolen – wie jüngst die des Thilo Sarrazin – zum Teil
unwidersprochen die Aufmerksamkeit der Massenmedien und erhalten sogar
Zustimmung von politisch Verantwortlichen.
Deshalb hat der heutige Internationale
Gedenktag – der Tag der Opfer des Faschismus – nichts von seiner Bedeutung verloren.
Im Gegenteil ist er hoch aktuell und es ist schade, dass hier in Arnstadt
wieder nur eine kleine Zahl Unermüdlicher den Weg zu unserer
Gedenkveranstaltung gefunden hat.
Oder dass man auf vielen Veranstaltungen und Demonstrationen gegen
Rechtsextremismus immer wieder dieselben Menschen trifft. Einige wenige, für
die der Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus eine
Selbstverständlichkeit ist, die sich aber oft alleingelassen fühlen vom Rest
der Zivilgesellschaft.
Nun ist die Teilnahme an Veranstaltungen wie dieser nicht der einzige
Gradmesser für den Widerstand gegen Faschismus, Antisemitismus und
Rechtsextremismus.
In Arnstadt und Umgebung kann man durchaus davon sprechen, dass sich in
den letzten Jahren Positives entwickelt hat: so ist in Kirchheim ein Bündnis
aktiver Menschen entstanden, dass sich gegen die braune Erlebnisscheune und die
vielen Nazi-Veranstaltungen wehrt. Und es ist diesem Bündnis durch vielfältige
Veranstaltungsformen gelungen, die anfängliche Skepsis und Angst unter den
EinwohnerInnen Kirchheims in großen Teilen zu entkräften und viele
KirchheimerInnen zum Mitmachen zu bewegen, gemeinsam mit antifaschistischen
Gruppen aus anderen Regionen Thüringens.
In Arnstadt hat sich ein Bündnis gegen Rechts konstituiert, ein Zusammenschluss von Menschen, die entschlossen
sind, der Verbreitung rassistischer, antisemitischer, menschenverachtender und
nationalistischer Ideologien in Arnstadt und darüber hinaus entgegenzutreten,
gleichwohl ob sie in organisierter Form oder in der Form alltäglicher
Erscheinungen und Vorurteile zu Tage treten. Das Bündnis will einen
weltoffenen, pluralen und freien Geist in Arnstadt und Umgebung bewahren allen
Versuchen Rechtsextremer, in dieser Stadt Fuß zu fassen, Immobilien zu erwerben
oder Propaganda zu betreiben, wirkungsvollen Widerstand entgegensetzen.
Seit November 2009 hat das BGRE Aktionen gegen das braune Arnstädter
Stadtecho (in dem immer häufiger
rechtsextreme und rechtspopulistische Protagonisten und Organisationen mit
ihren Inhalten zu Wort kommen) gestartet, Informationsveranstaltungen selbst
organisiert bzw. unterstützt und sich immer wieder zu Wort gemeldet, wenn der
Arnstädter Bürgermeister erneut mit rechtspopulistischen und Nazigewalt
verharmlosenden Äußerungen aus dem gesellschaftlichen Rahmen fällt.
Ebenso positiv zu erwähnen ist, dass derThüringer Landtag im vorigen September mit dem Beschluss „Erklärung für ein
demokratisches, tolerantes und weltoffenes Thüringen“ an die Landesregierung
appellierte, „Maßnahmen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in
einem Landesprogramm zu bündeln“. Und die „Auseinandersetzung … auf allen
Ebenen … (zu führen) und mitten in der
Gesellschaft mit der Aufklärung über die menschenverachtenden Ideologien
beginnen, die sich hinter eingängigen Parolen, Klischees und Verharmlosungen
verbergen.“
Diese positiven Entwicklungen und das
Engagement einiger weniger dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach
wie vor rechtsextreme Einstellungen bei 13 Prozent der ThüringerInnen zum
Weltbild gehören; in ländlichen Gegenden mit über 25 Prozent erschreckend hoch.
Nach wie vor versuchen konservative Kräfte
wie die regierende CDU, die linksextreme Gefahr heraufzubeschwören und damit
die vom Rechtsextremismus und Rechtspopulismus, den sie zum Teil selbst
betreiben, ausgehende Gefahr zu verharmlosen. Nicht anders ist zu erklären, wir
die Thüringer CDU die vor einem Jahr vom Landtag beschlossene Erarbeitung des
Landesprogramms gegen Rechtsextremismus torpediert und antifaschistische
Initiativen kriminalisiert, wie erst im Februar in Dresden und im Mai in Erfurt
geschehen.
Dass wir uns heute hier versammeln und der
Opfer des Faschismus, der über 6 Millionen ermordeter europäischer Jüdinnen und
Juden, der mehr als 60 Millionen im 2. Weltkrieg getöteter Menschen gedenken,
darf nicht ausreichen. „Wehret den Anfängen“, heißt es.
Nationalismus,
industrieller Massenmord an Jüdinnen und Juden und der Vernichtungskrieg der
Wehrmacht sind auch 1933 nicht aus dem Nichts entstanden. "Die Kenntnis
des Entstehens und Erstarkens des Faschismus muss allen Demokraten
Verpflichtung sein, konsequent gegen rechtsextremistische Ideen und Ideologien
vorzugehen, ganz gleich in welcher Form sie auftauchen, ob im Alltag, in losen
Kameradschaften oder in der NPD.", hat Bodo Ramelow am 27. Januar
anlässlich des Holocoust-Gedenktages erklärt und die Pflicht beschrieben, sich gegen Rechtsextremismus
zu engagieren.
Dieser Pflicht wollen und
müssen wir nachkommen, im alltäglichen Leben, in der Kommunalpolitik und an
solchen Gedenktagen, wie dem heutigen. Aber wir müssen dabei versuchen, auf andere zuzugehen, mit anderen
zusammenzuarbeiten und mehr Menschen in unsere Aktivitäten einzubeziehen,
aufzuklären und zum Mitmachen zu motivieren. Und vielleicht gelingt es dann
auch, mit mehr Menschen am 2. Sonntag im September der Opfer des Faschismus zu
gedenken.
Die Vernichtung des Nazismus
mit seinen Wurzeln zu erreichen und eine neue Welt des Friedens und der Freiheit
aufzubauen, so, wie wir es allen Opfern des Faschismus schuldig
sind.
Heimkehr
Von Karl Schnog
Frau, schau mich nicht so
seltsam an
Und forsche nicht in meinen
Zügen.
Ja ja, ich bin’s, ich bin
dein Mann,
denn deine Augen werden dich
nicht trügen.
Wenn ich dir fremd geworden
bin
und unverständlich meine
Sitten:
ich bin durch Not und Elend
hin
und oft am Tod
vorbeigeschritten.
Und bin ich endlich auch zu
Haus
Wir wollen unsere Freude
dämpfen.
Denn, Frau, ich ruhe mich
nicht aus,
ich muß für unsere Kinder
kämpfen.
Gewiß, es käme mir auch zu,
mich endlich einmal
auszustrecken,
doch find’ ich weder Rast
noch Ruh,
solange Haß rings herrscht
und Schrecken.
Ich bin nicht eher froh und frei
und habe keine guten
Stunden,
bis daß ein End’ der
Tyrannei
für jeden Schaffenden
gefunden.
Drum halte nicht den Kopf
gesenkt,
sag nicht, daß ich „nicht an
dich denke“.
Die Freiheit ist mir erst
geschenkt,
wenn ich der Welt die
Freiheit schenke.
Vorbereitung auf den 1. Mai 2010 in Erfurt:
Probesitzen im April am Rande der Plenartagung vor dem Thüringer Landtag

"Herr Köllmer und die ihn unterstützenden Mitglieder von Pro Arnstadt haben sich selbst außerhalb dieser Gesellschaft verortet."
Rede des Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Arnstadt, Steffen Dittes, zur Begründung des eingereichten Abwahlantrages am 15.04.2010 im Stadtrat:
… Das Stadtecho und Pro Arnstadt gehören zusammen wiePech und Schwefel und was diese Kombination aus Pech und Schwefel bewirkt,
wissen sie sicherlich: „es brennt wie der Teufel.“ Die letzte Ausgabe des Stadtechos durfte nicht nur
für PRO Deutschland Partei ergreifen, sondern auch gleich noch einmal aus den
Worten des Rechtsextremisten Siegerist den Neonaziaufmarsch am 13. Februar in
Dresden als Gedenkveranstaltung verharmlosen. …
Im Kern sind es vier Tatsachen, keine Vorwürfe, keine
Interpretationen, sondern Tatsachen, die den Abwahlantrag von LINKE und SPD
begründen.
1. Mit Ihrer unsäglichen und unentschuldbaren
Verharmlosung des industriellen Massenmordes an einer Religionsgemeinschaft, begangen
durch Deutsche, als Ausgrenzung und deren Gleichsetzung mit einer
demokratischen Kritik an einer Ideologie, die den Holocaust erst hervorgebracht hat,
sind sie unwürdig, ein Amt zu begleiten, zu dessen Aufgaben es gehört, eine auf
Menschenwürde und Menschenrechten basierende Rechtsordnung zu
repräsentieren.
2. Mit der Parteinahme für die rassistischen
Äußerungen eines Thilo Sarrazins, der Menschen aus dem arabischen Raum und insbesondere der
Türken mit Ausnahme für den Obst- und Gemüsehandel keine produktive Funktion
zurechnet und ihnen vorwirft, ständig neue Kopftuchmädchen zu
produzieren, haben sie die nach dem Nationalsozialismus nicht ohne Grund entstandene
Gesellschaft offen in Frage gestellt. Eine Gesellschaft, die Menschen als mit gleichen
Rechten ansieht, unabhängig ihrer Herkunft, ihres sozialen Status und
ihrer Religion.
3. Mit ihrem Werben für eine antidemokratische
Organisation, die Rechtsextremisten an ihrer Spitze hat und zu ihren
Spitzenkandidaten gemacht hat und auch in Zukunft machen will, stärken sie den organisierten
Rechtsextremismus, mit ihrem gemeinsamen Auftreten mit Rouhs, Beihaus u.a. stützen
sie Protagonisten rechtsextremer Ideologie und stellen sich mit denen
selbst auf eine Stufe.
4. Sie erklären Rechtsextremismus, Antiislamismus,
das Konzept der Ungleichheit von Menschen als zum normalen Bestandteil des
demokratischen Meinungsspektrum und wollen die Grenzen des demokratisch
zumutbaren nach Rechtsaußen verschieben. Die gesamte Rede finden Sie hier.
Arnstadts Bürgermeister Köllmer positioniert sich eindeutig rechts - Abwahlantrag eingereicht
Gemeinsam mit Rechtsextremen (u.a. von der rechtsextremistischen Vereinigung Pro Köln) hatte Köllmer einen Brief an Thilo Sarrazin unterschrieben und ihn für rassistische Äußerungen gelobt. Dazu befragt, äußerte er (in der Thüringer Allgemeinen vom 08.03.2010) sich über die "Verfolgung der Rechten", die der Judenverfolgung im NS ähnele.
Mit antidemokratischen und geschichtsrevisionistischen Äußerungen war Köllmer in der Vergangenheit schon öfter aufgefallen. Zum Beispiel hatte er im April 2009 mit der öffentlichen Äußerung, er lehne den Nationalsozialismus lediglich wegen des darin enthaltenen Sozialismus ab, den Holocoust zwar nicht geleugnet, aber faktisch gutgeheißen. DIE LINKE verlangt nun, er solle sich den Arnstädterinnen und Arnstädtern vor dem Hintergrund dieser aktuellen Entgleisung zur Neuwahl stellen.
In einer von Mitgliedern der Fraktionen DIE LINKE und SPD geforderten so genannten Sondersitzung beschäftigte sich am 23. März der Stadtrat mit den jüngsten Entgleisungen Köllmers. Köllmers Antwort auf von LINKEN und SozialdemokratInnen gestellten Fragen und Vorwürfen: Zitate aus dem Programm von "pro Deutschland". Mitglieder der Fraktionen von "Pro Arnstadt" und dem so genannten "Bürgerforum/FDP" äußerten sich nicht. Mehr dazu lesen Sie auf www.die-linke-arnstadt.de.
Kommunalpolitischer Initiativpreis für "unschätzbaren Beitrag Wider das Vergessen"
Am vergangenen Samstag verlieh das Kommunalpolitische Forum Thüringen e.V. im Erfurter Ratssitzungssaal seine jährlichen kommunalpolitischen Initiativpreise.
Zu den Preisträgern gehörte auch die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V., vorgeschlagen vom Stadtvorstand DIE LINKE. Arnstadt.
Sabine Berninger hielt die Laudatio auf den Jonastalverein:
"Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V." - ein Vereinsname, der zunächst nicht vermuten lässt, dass der dahinter stehende Verein für einen linken kommunalpolitischen Initiativpreis in Frage kommt. In seiner Satzung beschreibt sich der Verein so: "Der Zweck des Vereins ist die Aufarbeitung und Dokumentation geschichtlicher Vorgänge in Bezug auf das während des Zweiten Weltkrieges in Thüringen besonders im Raum Ohrdruf /Arnstadt/Jonastal und dessen Umfeld betriebene Sonderbauvorhaben S III. Dies betrifft das Schicksal der eingesetzten Häftlinge ebenso wie Fragen zur damit verbundenen Zeit-, Technologie- und Militärgeschichte."
Die Arnstädter nennen den Verein kurz Jonastalverein und ich kann mir vorstellen, dass selbst manche meiner GenossInnen in Arnstadt den richtigen Namen überhaupt nicht kennen. Aber auch mit diesem Kurznamen Jonastalverein erschließt sich nicht, warum der Verein für den kommunalen Initiativpreis vorgeschlagen wurde.
"Der Verein verfolgt keinerlei politische Absichten und Ziele" - ist auf der Homepage zu lesen - also auch keine kommunalpolitischen. Aber er ist politisch für die Region eine sehr wichtige Institution.
Ich persönlich habe den Verein vor Jahren bei den jährlichen Gedenkveranstaltungen des Ilm-Kreises an der Gedenkstätte Jonastal kennen gelernt und dachte zunächst, der Jonastalverein kümmere sich um diese Gedenkstätte und bereite diese Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Faschismus und der Todesmärsche mit vor.
Dass die Arbeit des Vereins viel mehr ist, wurde mir erst sehr viel später bewusst. Und dann dachte ich, naja, das sind Technikinteressierte, die einfach nur herausfinden wollten, was die Nazis im Jonastal vorhatten. Das stimmt ja auch, ist aber nicht einmal die halbe Wahrheit.
Die Mitglieder des Jonastalvereines forschen seit Jahren (den Verein gibt es seit 2001) zum Thema Baustelle Jonastal und Außenlager S III, suchen historisch bedeutsame Fundstücke, befragen Zeitzeugen und machen ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich. (Und er darf dabei nicht verwechselt werden mit irgendwelchen Schtzsuchern, die das Bernsteinzimmer oder eine Atombombe im Jonastal vermuten.)
Die Vereinszeitung erschien erstmals im August 2002. Und seitdem mindestens einmal jährlich mit historischen Beiträgen und aktuellen Forschungsberichten. Die aktuelle Ausgabe der "Geheimnis Jonastal" erschien im September dieses Jahres.
Am 5. Juni 2004 eröffnete der Verein in Wölfis, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Ohrdruf, ein Dokumentationszentrum. In mühevoller und ehrenamtlicher Kleinarbeit hatten die Vereinsmitglieder ihre Fundstücke und Forschungsergebnisse aufbereitet und zu einer Ausstellung geordnet. In den Räumen einer ehemaligen Kegelbahn bildeten sie einen Stolleneingang mit Schienen und Lore nach.
Zuvor hatte der Verein fast drei Jahre lang versucht, in Arnstadt geeignete Räume zu finden.
Im August 2005 eröffnete der Jonastal-Verein einen 8,5 und einen 20 Kilometer langen Rundweg entlang der Überreste des Lagers, in dem kurz vor Kriegsende unter SS-Aufsicht tausende Häftlinge unterirdische Stollen in den Muschelkalk treiben mussten.
Die an diesem Geschichts- und Naturlehrpfad errichteten Ansichts- und Informationstafeln informieren auf der Vorderseite über die einzelnen geschichtlichen Daten, über Ausgrabungen und Fundstücke, auf der Rückseite der Tafeln wird auf das Vorkommen an seltenen Pflanzen und Tieren und andere Besonderheiten aufmerksam gemacht. Der Geschichts- und Naturlehrpfad führt an der ehemaligen Schmalspurbahn, dem Denkmal zum Todesmarsch der Häftlinge und an den Stollenanlagen vorbei. Mit viel Sachkunde haben die Mitglieder des Jonastalvereins in Ihrer Freizeit, finanziert über Förder- und Eigenmittel und mit Unterstützung von ABM diesen Weg hergerichtet und dabei viele Entdeckungen gemacht, wie z.B. eine ehemalige Küchenbaracke.
Inzwischen befindet sich das Dokumentationszentrum des Vereins in Arnstadt. Mit der Neueröffnung im April 2008 wurde auch ein Modell der Baustelle Jonastal im Maßstab 1:200 ausgestellt.
Dieses Jahr am 4. April konnte der Verein einen weiteren Bauabschnitt abschließen - die "ständige Sonderausstellung KZ S III Ohrdruf" mit einem kleinen Kinoraum wurde anlässlich des 64. Jahrestages der Befreiung nach über 1-jähriger Bauzeit feierlich eröffnet.
Nachdem das Dokumentationszentrum in Wölfis zunächst an Wochenenden und Feiertagen geöffnet war, ist es inzwischen in Arnstadt Mittwochs bis Sonntags geöffnet. Jeden letzten Sonntag im Monat finden Führungen auf dem Geschichts- und Naturlehrpfad statt. Gruppen können sich auch außerhalb der Öffnungszeiten anmelden.
Die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V. forscht in Archiven und Bibliotheken, befragt Zeitzeugen, veranstaltet wissenschaftliche Symposien, Buchlesungen, Führungen insbesondere für Jugendliche und SchülerInnen, sie betreut Schülerarbeiten und organisiert Zeitzeugenveranstaltungen. Der Verein erhält und pflegt die Denkmale im Jonastal und in Espenfeld bei Arnstadt und arbeitet mit der Gedenkstätte Buchenwald zusammen.
Ich meine: In einer Zeit, in der rechtes Gedankengut wieder zum Alltag gehört und in einer Stadt Arnstadt, die nicht gerade durch die Vielzahl antifaschistischer Gruppierungen, sondern wegen der Duldung rechtsextremer Aufmärsche durch die Verwaltung und der geschichtsrevisionistischen und rechtskonservativen Äußerungen ihres Bürgermeisters bekannt ist, ist das engagierte Wirken dieses Vereins einen kommunalpolitischen Initiativpreis wert.
Sowohl im Dokumentationszentrum als auch auf dem geschichts- und Naturlehrpfad können sich viele Menschen und vor allem Schulklassen ein anschauliches Bild von den schrecklichen Geschehnissen im KZ-Außenlager S III Ohrdruf und im Jonastal bei Arnstadt machen.
Der Verein hat hier Orte des Gedenkens und der Bildung und Aufklärung geschaffen, die großen Zuspruch bei den Menschen nicht nur im Ilm-Kreis gefunden haben.
Die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V. leistet damit einen unschätzbaren Beitrag Wider das Vergessen. Und hat sich den Preis, eine Auszeit auf dem Roten Hof in Brückla, mehr als verdient."
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