Internetplattform von Sabine Berninger, Mitglied des Thüringer Landtags

 Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag

 

 www.sabine-berninger.de

 

 

 

antifa  

 

Kirchheim ist BUNT. Das haben die KirchheimerInnen am 14.05. eindrucksvoll bewiesen.

       


Migrationspolitik
Kommunalpolitik
Antifaschistische Politik
   
   

8. Mai - 66. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

 

Hier ein 25-minütiger Bericht (produziert von Left Resistance Arnstadt und black media) des Mahnganges im Jahr 2005: "Kein Vergessen, kein Vergeben. Gegen Nazis - für das Leben!"

 

 

Unterstützen Sie das Engagement der Kirchheimerinnen und Kirchheimer gegen Rechtsextremismus!

(13.05.2011) Erneut wird am morgigen Samstag in Kirchheim gegen Rechtsextremismus demonstriert. Hintergrund ist diesmal nicht eine von alten oder neuen Nazis im so genannten Fachwerkhof Kutz organisierte Veranstaltung, sondern Kirchheim zeigt mit einem bunten Programm, dass es die  BewohnerInnen nicht hinnehmen werden, wenn ihr Dorf zum rechtsextremen Veranstaltungsort etabliert werden soll. Das Engegament verdient jede Unterstützung. Ich werde am Samstag selbstverständlich dabei sein und ich hoffe, dass viele Leute auch aus den Nachbargemeinden dem Kirchheimer Fest am Samstagnachmittag einen Besuch abstatten und mit den KirchheimerInnen und ihren Gästen feiern werden. Selten habe ich erlebt, dass ehrenamtlich Engagierte in kleineren Gemeinden so kontinuierlich, inhaltlich und über einen solch langen Zeitraum an diesem Thema drangeblieben sind. Vor dem Engagement der Kirchheimerinnen und Kirchheimer kann man nur den Hut ziehen!

Weimar - 16. April 2011: der Opfer gedenken

 

Dresden - 19.02.2011: Nazis erfolgreich blockiert!


LINKE-Fraktion fordert Bundesfamilienministerin zum Verzicht auf Extremismuserklärung auf

(01.02.2011) Im Rahmen des „Bundesweiten Aktionstages für Demokratie – gegen Misstrauen und Bekenntniszwang!“ hat sich die Landtagsfraktion DIE LINKE mit einem Schreiben an die Bundesfamilienministerin, Kristina Schröder (CDU), gewandt und darin den ersatzlosen Verzicht auf die sogenannte Extremismuserklärung für Zuwendungsempfänger aus dem Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gefordert.

Die Thüringer Landtagsfraktion der LINKEN unterstützt ausdrücklich den Aktionstag mit seinem Aufruf, am 1. Februar mit Protestfaxen und Mails darauf zu dringen, dass die Aufforderung zur Schnüffelei in den Zuwendungsbescheiden ersatzlos gestrichen wird. Der Aufruf wurde initiiert von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., dem Kulturbüro Sachsen e.V., der Opferperspektive Brandenburg e.V. sowie dem Verein für Demokratische Kultur in Berlin und ist im Internet unter http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de zu finden. MEHR

http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de

Auch das Ressort Kommunal- und Innenpolitik der Landtagsfraktion hat sich mit Briefen an die Bundeskanzlerin und die Bundesfamilienministerin am Aktionstag beteiligt.


Unterstützung für Kirchheimer Bündnis gegen Rechts am 12.12.2010

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebeFreundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen: kommt alle am 12. Dezember nach Kirchheim! Die KirchheimerInnen brauchen und VERDIENEN unsere Unterstützung.

 

Am 12. Dezember – dem dritten Adventssonntag – werden voraussichtlich wieder Alt- und Neonazis das beschauliche Kirchheim mit ihrer unerwünschten Anwesenheit belästigen. Diesesmal ist es die sich selbst als „neue Rechte“ bezeichnende DVU, die in Kirchheim ihren Bundesparteitag veranstalten (und sich zugunsten der NPD abschaffen) will, einen so genannten „Verschmelzungs-Parteitag“: die DVU will, so sieht es ein vom Parteitag zu beschließender, Verschmelzungsvertrag vor, mit der rechtsextremen NPD fusionieren.

Ursprünglich war der 28. November für diesen Parteitag vorgesehen, jedoch war der Versand der Einladungen an der beauftragten Versand-Firma offenbar gescheitert: „Gerade einmal 48 Stunden vor dem Bundesparteitag sagte die ‚Volksunion’ die Veranstaltung im thüringischen Kirchheim ab. Einen ‚Vertragsbruch’ beziehungsweise einen ‚Sabotage-Akt’ des beauftragten Versanddienstleisters, der dazu führte, dass viele Mitglieder ihre Einladung zu spät erhalten hätten, nennt die DVU-Spitze als Grund für die Absage.“ (Quelle: blick nach rechts. www.bnr.de).

Das Kirchheimer Bündnis gegen Rechtsextremismus wird diese erneute rechtsextreme Veranstaltung selbstverständlich nicht einfach so hinnehmen und eine Gegenveranstaltung organisieren. Unterstützung erhalten die KirchheimerInnen vom Bündnis gegen Rechtsextremismus Arnstadt, welches ebenso wie die KirchheimerInnen und Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE. Arnstadt einen Infostand bzw. eine Kundgebung gegen Rechts für den 3. Advent in Kirchheim anmelden will. Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE. Arnstadt melden einen gemeinsamen Infostand an und hoffen, von ihren Mitgliedern zahlreich unterstützt zu werden.

Also – liebe Genossinnen und Genossen: kommt alle am 12. Dezember gegen 10 Uhr nach Kirchheim! Die KirchheimerInnen brauchen und verdienen unsere Unterstützung (und, wer hat, kann gerne ein Weihnachtsmann-Kostüm anziehen und/oder einen Straßenbesen oder eine Schneeschaufel mitbringen). Der Winterkälte wird übrigens durch die KirchheimerInnen mit heißem Punsch getrotzt. Lasst uns den Faschisten zeigen, dass sie unwillkommen sind und vom Weihnachtsmann keine Geschenke, sondern höchstens eine Rute zu erwarten haben.


 

Rede zum Tag der Opfer des Faschismus am 12. September 2010

 

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

 

So schwörten es 21.000 Überlebende des Naziregimes in Buchenwald am 19. April 1945.

Der Schwur und die darin gestellte Aufgabe sind noch nicht erreicht.

Immer noch verbreiten alte und neue Nazis offen ihre menschenverachtende Ideologie.

Immer noch leugnen oder verharmlosen sie die Schrecken und das Leid, die der Faschismus über die Welt gebracht hat.

Immer noch gibt es Übergriffe auf Andersdenkende und Menschen, die nicht in das völkische Weltbild der Neonazis passen.

Immer noch werden jüdische Gräber, Denkmale und Synagogen geschändet, der Holocoust geleugnet und rassistische Sprüche und Hakenkreuze an Häuserwände gesprüht.

Immer noch sind rassistische Vorurteile weit verbreitet in den Köpfen der Bevölkerung und genießen rassistische und antisemitische Parolen – wie jüngst die des Thilo Sarrazin – zum Teil unwidersprochen die Aufmerksamkeit der Massenmedien und erhalten sogar Zustimmung von politisch Verantwortlichen.

Deshalb hat der heutige Internationale Gedenktag – der Tag der Opfer des Faschismus – nichts von seiner Bedeutung verloren. Im Gegenteil ist er hoch aktuell und es ist schade, dass hier in Arnstadt wieder nur eine kleine Zahl Unermüdlicher den Weg zu unserer Gedenkveranstaltung gefunden hat.

Oder dass man auf vielen Veranstaltungen und Demonstrationen gegen Rechtsextremismus immer wieder dieselben Menschen trifft. Einige wenige, für die der Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus eine Selbstverständlichkeit ist, die sich aber oft alleingelassen fühlen vom Rest der Zivilgesellschaft.

Nun ist die Teilnahme an Veranstaltungen wie dieser nicht der einzige Gradmesser für den Widerstand gegen Faschismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus.

In Arnstadt und Umgebung kann man durchaus davon sprechen, dass sich in den letzten Jahren Positives entwickelt hat: so ist in Kirchheim ein Bündnis aktiver Menschen entstanden, dass sich gegen die braune Erlebnisscheune und die vielen Nazi-Veranstaltungen wehrt. Und es ist diesem Bündnis durch vielfältige Veranstaltungsformen gelungen, die anfängliche Skepsis und Angst unter den EinwohnerInnen Kirchheims in großen Teilen zu entkräften und viele KirchheimerInnen zum Mitmachen zu bewegen, gemeinsam mit antifaschistischen Gruppen aus anderen Regionen Thüringens.

In Arnstadt hat sich ein Bündnis gegen Rechts konstituiert, ein Zusammenschluss von Menschen, die entschlossen sind, der Verbreitung rassistischer, antisemitischer, menschenverachtender und nationalistischer Ideologien in Arnstadt und darüber hinaus entgegenzutreten, gleichwohl ob sie in organisierter Form oder in der Form alltäglicher Erscheinungen und Vorurteile zu Tage treten. Das Bündnis will einen weltoffenen, pluralen und freien Geist in Arnstadt und Umgebung bewahren allen Versuchen Rechtsextremer, in dieser Stadt Fuß zu fassen, Immobilien zu erwerben oder Propaganda zu betreiben, wirkungsvollen Widerstand entgegensetzen.

Seit November 2009 hat das BGRE Aktionen gegen das braune Arnstädter Stadtecho (in dem immer häufiger rechtsextreme und rechtspopulistische Protagonisten und Organisationen mit ihren Inhalten zu Wort kommen) gestartet, Informationsveranstaltungen selbst organisiert bzw. unterstützt und sich immer wieder zu Wort gemeldet, wenn der Arnstädter Bürgermeister erneut mit rechtspopulistischen und Nazigewalt verharmlosenden Äußerungen aus dem gesellschaftlichen Rahmen fällt.

 

Ebenso positiv zu erwähnen ist, dass derThüringer Landtag im vorigen September mit dem Beschluss „Erklärung für ein demokratisches, tolerantes und weltoffenes Thüringen“ an die Landesregierung appellierte, „Maßnahmen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in einem Landesprogramm zu bündeln“. Und die „Auseinandersetzung … auf allen Ebenen … (zu führen)  und mitten in der Gesellschaft mit der Aufklärung über die menschenverachtenden Ideologien beginnen, die sich hinter eingängigen Parolen, Klischees und Verharmlosungen verbergen.“

Diese positiven Entwicklungen und das Engagement einiger weniger dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor rechtsextreme Einstellungen bei 13 Prozent der ThüringerInnen zum Weltbild gehören; in ländlichen Gegenden mit über 25 Prozent erschreckend hoch.

Nach wie vor versuchen konservative Kräfte wie die regierende CDU, die linksextreme Gefahr heraufzubeschwören und damit die vom Rechtsextremismus und Rechtspopulismus, den sie zum Teil selbst betreiben, ausgehende Gefahr zu verharmlosen. Nicht anders ist zu erklären, wir die Thüringer CDU die vor einem Jahr vom Landtag beschlossene Erarbeitung des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus torpediert und antifaschistische Initiativen kriminalisiert, wie erst im Februar in Dresden und im Mai in Erfurt geschehen.

Dass wir uns heute hier versammeln und der Opfer des Faschismus, der über 6 Millionen ermordeter europäischer Jüdinnen und Juden, der mehr als 60 Millionen im 2. Weltkrieg getöteter Menschen gedenken, darf nicht ausreichen. „Wehret den Anfängen“, heißt es.

Nationalismus, industrieller Massenmord an Jüdinnen und Juden und der Vernichtungskrieg der Wehrmacht sind auch 1933 nicht aus dem Nichts entstanden. "Die Kenntnis des Entstehens und Erstarkens des Faschismus muss allen Demokraten Verpflichtung sein, konsequent gegen rechtsextremistische Ideen und Ideologien vorzugehen, ganz gleich in welcher Form sie auftauchen, ob im Alltag, in losen Kameradschaften oder in der NPD.", hat Bodo Ramelow am 27. Januar anlässlich des Holocoust-Gedenktages erklärt und die  Pflicht beschrieben, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren.

Dieser Pflicht wollen und müssen wir nachkommen, im alltäglichen Leben, in der Kommunalpolitik und an solchen Gedenktagen, wie dem heutigen. Aber wir müssen dabei  versuchen, auf andere zuzugehen, mit anderen zusammenzuarbeiten und mehr Menschen in unsere Aktivitäten einzubeziehen, aufzuklären und zum Mitmachen zu motivieren. Und vielleicht gelingt es dann auch, mit mehr Menschen am 2. Sonntag im September der Opfer des Faschismus zu gedenken.

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln zu erreichen und eine neue Welt des Friedens und der Freiheit aufzubauen, so, wie wir es allen Opfern des Faschismus schuldig sind.

 

 

Heimkehr

Von Karl Schnog

 

Frau, schau mich nicht so seltsam an

Und forsche nicht in meinen Zügen.

Ja ja, ich bin’s, ich bin dein Mann,

denn deine Augen werden dich nicht trügen.

 

Wenn ich dir fremd geworden bin

und unverständlich meine Sitten:

ich bin durch Not und Elend hin

und oft am Tod vorbeigeschritten.

 

Und bin ich endlich auch zu Haus

Wir wollen unsere Freude dämpfen.

Denn, Frau, ich ruhe mich nicht aus,

ich muß für unsere Kinder kämpfen.

 

Gewiß, es käme mir auch zu,

mich endlich einmal auszustrecken,

doch find’ ich weder Rast noch Ruh,

solange Haß rings herrscht und Schrecken.

 

Ich bin nicht eher froh und frei

und habe keine guten Stunden,

bis daß ein End’ der Tyrannei

für jeden Schaffenden gefunden.

 

Drum halte nicht den Kopf gesenkt,

sag nicht, daß ich „nicht an dich denke“.

Die Freiheit ist mir erst geschenkt,

wenn ich der Welt die Freiheit schenke.

 


Vorbereitung auf den 1. Mai 2010 in Erfurt:

Probesitzen im April am Rande der Plenartagung vor dem Thüringer Landtag

       

   


 

"Herr Köllmer und die ihn unterstützenden Mitglieder von Pro Arnstadt haben sich selbst außerhalb dieser Gesellschaft verortet."

 

Rede des Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Arnstadt, Steffen Dittes, zur Begründung des eingereichten Abwahlantrages am 15.04.2010 im Stadtrat:

 

… Das Stadtecho und Pro Arnstadt gehören zusammen wiePech und Schwefel und was diese Kombination aus Pech und Schwefel bewirkt, wissen sie sicherlich: „es brennt wie der Teufel.“ Die letzte Ausgabe des Stadtechos durfte nicht nur für PRO Deutschland Partei ergreifen, sondern auch gleich noch einmal aus den Worten des Rechtsextremisten Siegerist den Neonaziaufmarsch am 13. Februar in Dresden als Gedenkveranstaltung verharmlosen. …

 

Im Kern sind es vier Tatsachen, keine Vorwürfe, keine Interpretationen, sondern Tatsachen, die den Abwahlantrag von LINKE und SPD begründen.

 

1. Mit Ihrer unsäglichen und unentschuldbaren Verharmlosung des industriellen Massenmordes an einer Religionsgemeinschaft, begangen durch Deutsche, als Ausgrenzung und deren Gleichsetzung mit einer demokratischen Kritik an einer Ideologie, die den Holocaust erst hervorgebracht hat, sind sie unwürdig, ein Amt zu begleiten, zu dessen Aufgaben es gehört, eine auf Menschenwürde und Menschenrechten basierende Rechtsordnung zu repräsentieren.

 

2. Mit der Parteinahme für die rassistischen Äußerungen eines Thilo Sarrazins, der Menschen aus dem arabischen Raum und insbesondere der Türken mit Ausnahme für den Obst- und Gemüsehandel keine produktive Funktion zurechnet und ihnen vorwirft, ständig neue Kopftuchmädchen zu produzieren, haben sie die nach dem Nationalsozialismus nicht ohne Grund entstandene Gesellschaft offen in Frage gestellt. Eine Gesellschaft, die Menschen als mit gleichen Rechten ansieht, unabhängig ihrer Herkunft, ihres sozialen Status und ihrer Religion.

 

3. Mit ihrem Werben für eine antidemokratische Organisation, die Rechtsextremisten an ihrer Spitze hat und zu ihren Spitzenkandidaten gemacht hat und auch in Zukunft machen will, stärken sie den organisierten Rechtsextremismus, mit ihrem gemeinsamen Auftreten mit Rouhs, Beihaus u.a. stützen sie Protagonisten rechtsextremer Ideologie und stellen sich mit denen selbst auf eine Stufe.

 

4. Sie erklären Rechtsextremismus, Antiislamismus, das Konzept der Ungleichheit von Menschen als zum normalen Bestandteil des demokratischen Meinungsspektrum und wollen die Grenzen des demokratisch zumutbaren nach Rechtsaußen verschieben. Die gesamte Rede finden Sie hier.

Arnstadts Bürgermeister Köllmer positioniert sich eindeutig rechts - Abwahlantrag eingereicht

Gemeinsam mit Rechtsextremen (u.a. von der rechtsextremistischen Vereinigung Pro Köln) hatte Köllmer einen Brief an Thilo Sarrazin unterschrieben und ihn für rassistische Äußerungen gelobt. Dazu befragt, äußerte er (in der Thüringer Allgemeinen vom 08.03.2010) sich über die "Verfolgung der Rechten", die der Judenverfolgung im NS ähnele. 

Mit antidemokratischen und geschichtsrevisionistischen Äußerungen war Köllmer in der Vergangenheit schon öfter aufgefallen. Zum Beispiel hatte er im April 2009 mit der öffentlichen Äußerung, er lehne den Nationalsozialismus lediglich wegen des darin enthaltenen Sozialismus ab, den Holocoust zwar nicht geleugnet, aber faktisch gutgeheißen. DIE LINKE verlangt nun, er solle sich den Arnstädterinnen und Arnstädtern vor dem Hintergrund dieser aktuellen Entgleisung zur Neuwahl stellen.

In einer von Mitgliedern der Fraktionen DIE LINKE und SPD geforderten so genannten Sondersitzung beschäftigte sich am 23. März der Stadtrat mit den jüngsten Entgleisungen Köllmers. Köllmers Antwort auf von LINKEN und SozialdemokratInnen gestellten Fragen und Vorwürfen: Zitate aus dem Programm von "pro Deutschland". Mitglieder der Fraktionen von "Pro Arnstadt" und dem so genannten "Bürgerforum/FDP" äußerten sich nicht. Mehr dazu lesen Sie auf www.die-linke-arnstadt.de.

 

Kommunalpolitischer Initiativpreis für "unschätzbaren Beitrag Wider das Vergessen"

Am vergangenen Samstag verlieh das Kommunalpolitische Forum Thüringen e.V. im Erfurter Ratssitzungssaal seine jährlichen kommunalpolitischen Initiativpreise.
Zu den Preisträgern gehörte auch die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V., vorgeschlagen vom Stadtvorstand DIE LINKE. Arnstadt.

Sabine Berninger hielt die Laudatio auf den Jonastalverein:

"Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V." - ein Vereinsname, der zunächst nicht vermuten lässt, dass der dahinter stehende Verein für einen linken kommunalpolitischen Initiativpreis in Frage kommt.
In seiner Satzung beschreibt sich der Verein so:
"Der Zweck des Vereins ist die Aufarbeitung und Dokumentation geschichtlicher Vorgänge in Bezug auf das während des Zweiten Weltkrieges in Thüringen besonders im Raum Ohrdruf /Arnstadt/Jonastal und dessen Umfeld betriebene Sonderbauvorhaben S III. Dies betrifft das Schicksal der eingesetzten Häftlinge ebenso wie Fragen zur damit verbundenen Zeit-, Technologie- und Militärgeschichte."

Die Arnstädter nennen den Verein kurz Jonastalverein und ich kann mir vorstellen, dass selbst manche meiner GenossInnen in Arnstadt den richtigen Namen überhaupt nicht kennen.
Aber auch mit diesem Kurznamen Jonastalverein erschließt sich nicht, warum der Verein für den kommunalen Initiativpreis vorgeschlagen wurde.

"Der Verein verfolgt keinerlei politische Absichten und Ziele" - ist auf der Homepage zu lesen - also auch keine kommunalpolitischen.
Aber er ist politisch für die Region eine sehr wichtige Institution.

Ich persönlich habe den Verein vor Jahren bei den jährlichen Gedenkveranstaltungen des Ilm-Kreises an der Gedenkstätte Jonastal kennen gelernt und dachte zunächst, der Jonastalverein kümmere sich um diese Gedenkstätte und bereite diese Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Faschismus und der Todesmärsche mit vor.

Dass die Arbeit des Vereins viel mehr ist, wurde mir erst sehr viel später bewusst. Und dann dachte ich, naja, das sind Technikinteressierte, die einfach nur herausfinden wollten, was die Nazis im Jonastal vorhatten.
Das stimmt ja auch, ist aber nicht einmal die halbe Wahrheit.

Die Mitglieder des Jonastalvereines forschen seit Jahren (den Verein gibt es seit 2001) zum Thema Baustelle Jonastal und Außenlager S III, suchen historisch bedeutsame Fundstücke, befragen Zeitzeugen und machen ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich. (Und er darf dabei nicht verwechselt werden mit irgendwelchen Schtzsuchern, die das Bernsteinzimmer oder eine Atombombe im Jonastal vermuten.)

Die Vereinszeitung erschien erstmals im August 2002. Und seitdem mindestens einmal jährlich mit historischen Beiträgen und aktuellen Forschungsberichten. Die aktuelle Ausgabe der "Geheimnis Jonastal" erschien im September dieses Jahres.

Am 5. Juni 2004 eröffnete der Verein in Wölfis, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Ohrdruf, ein Dokumentationszentrum.
In mühevoller und ehrenamtlicher Kleinarbeit hatten die Vereinsmitglieder ihre Fundstücke und Forschungsergebnisse aufbereitet und zu einer Ausstellung geordnet. In den Räumen einer ehemaligen Kegelbahn bildeten sie einen Stolleneingang mit Schienen und Lore nach.

Zuvor hatte der Verein fast drei Jahre lang versucht, in Arnstadt geeignete Räume zu finden.

Im August 2005 eröffnete der Jonastal-Verein einen 8,5 und einen 20 Kilometer langen Rundweg entlang der Überreste des Lagers, in dem kurz vor Kriegsende unter SS-Aufsicht tausende Häftlinge unterirdische Stollen in den Muschelkalk treiben mussten.

Die an diesem Geschichts- und Naturlehrpfad errichteten Ansichts- und Informationstafeln informieren auf der Vorderseite über die einzelnen geschichtlichen Daten, über Ausgrabungen und Fundstücke, auf der Rückseite der Tafeln wird auf das Vorkommen an seltenen Pflanzen und Tieren und andere Besonderheiten aufmerksam gemacht. Der Geschichts- und Naturlehrpfad führt an der ehemaligen Schmalspurbahn, dem Denkmal zum Todesmarsch der Häftlinge und an den Stollenanlagen vorbei.
Mit viel Sachkunde haben die Mitglieder des Jonastalvereins in Ihrer Freizeit, finanziert über Förder- und Eigenmittel und mit Unterstützung von ABM diesen Weg hergerichtet und dabei viele Entdeckungen gemacht, wie z.B. eine ehemalige Küchenbaracke.

Inzwischen befindet sich das Dokumentationszentrum des Vereins in Arnstadt. Mit der Neueröffnung im April 2008 wurde auch ein Modell der Baustelle Jonastal im Maßstab 1:200 ausgestellt.

Dieses Jahr am 4. April konnte der Verein einen weiteren Bauabschnitt abschließen - die "ständige Sonderausstellung KZ S III Ohrdruf" mit einem kleinen Kinoraum wurde anlässlich des 64. Jahrestages der Befreiung nach über 1-jähriger Bauzeit feierlich eröffnet.

Nachdem das Dokumentationszentrum in Wölfis zunächst an Wochenenden und Feiertagen geöffnet war, ist es inzwischen in Arnstadt Mittwochs bis Sonntags geöffnet. Jeden letzten Sonntag im Monat finden Führungen auf dem Geschichts- und Naturlehrpfad statt.
Gruppen können sich auch außerhalb der Öffnungszeiten anmelden.

Die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V. forscht in Archiven und Bibliotheken, befragt Zeitzeugen, veranstaltet wissenschaftliche Symposien, Buchlesungen, Führungen insbesondere für Jugendliche und SchülerInnen, sie betreut Schülerarbeiten und organisiert Zeitzeugenveranstaltungen. Der Verein erhält und pflegt die Denkmale im Jonastal und in Espenfeld bei Arnstadt und arbeitet mit der Gedenkstätte Buchenwald zusammen.

Ich meine: In einer Zeit, in der rechtes Gedankengut wieder zum Alltag gehört und in einer Stadt Arnstadt, die nicht gerade durch die Vielzahl antifaschistischer Gruppierungen, sondern wegen der Duldung rechtsextremer Aufmärsche durch die Verwaltung und der geschichtsrevisionistischen und rechtskonservativen Äußerungen ihres Bürgermeisters bekannt ist, ist das engagierte Wirken dieses Vereins einen kommunalpolitischen Initiativpreis wert.

Sowohl im Dokumentationszentrum als auch auf dem geschichts- und Naturlehrpfad können sich viele Menschen und vor allem Schulklassen ein anschauliches Bild von den schrecklichen Geschehnissen im KZ-Außenlager S III Ohrdruf und im Jonastal bei Arnstadt machen.

Der Verein hat hier Orte des Gedenkens und der Bildung und Aufklärung geschaffen, die großen Zuspruch bei den Menschen nicht nur im Ilm-Kreis gefunden haben.

Die Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V. leistet damit einen unschätzbaren Beitrag Wider das Vergessen.
Und hat sich den Preis, eine Auszeit auf dem Roten Hof in Brückla, mehr als verdient."